März

Jimmy Giuffre – Paul Bley – Steve Swallow

Jimmy Guiffre

Jimmy Giuffre (1921-2008), der zahlreiche Holzblasinstrumente spielte, hat im modernen Jazz gewaltige Spuren hinterlassen. Er wurde in den 40er-Jahren vorwiegend als Tenor- und Baritonsaxofonist und besonders als Arrangeur für Big Bands bekannt. Das Arrangement seiner Komposition „Four Brothers“ für das Woody Herman Orchester und dessen aufregende Saxofongruppe von 1947 war ein Hit. In der Folgezeit hielt er sich im Umfeld des West-Coast-Jazzer auf und war an vielen Plattenaufnahmen und Bands beteiligt. Seine Mitwirkung auf der Platte „The Three and the Two“ mit Shelly Manne und Shorty Rogers von 1954 gibt bereits eine Idee davon, in welche Richtung Giuffre später gehen würde. Mit verschiedenen – meist schlagzeuglosen – Formationen, die er „The Jimmy Giuffre 3“ nannte und über seine gesamte weitere Karriere am Leben hielt, lotete er kammermusikalisch die Möglichkeiten der Improvisation zwischen Cool Jazz und Free Jazz aus; manchmal frei, manchmal locker swingend, immer einfühlsam im gleichberechtigten Dialog der Musiker. In diesem Kontext spielte Giuffre vorwiegend Klarinette.

Eines seiner überzeugendsten Trios bestand Anfang der 60er-Jahre aus ihm, dem Pianisten Paul Bley und dem Bassisten Steve Swallow. 1989 kamen die Musiker wieder zusammen.

Paul Bley

Paul Bley (1932-2016) war ein Avantgardist des Jazz-Pianos. Dabei griff er auf die gesamte Geschichte seines Instrumentes in Jazz und Klassik zurück. In seinem Quintett spielten 1958 Ornette Coleman und Don Cherry, die dann ohne ihn die Ära des Free Jazz einleiteten. Bley hatte die Weichen dazu gestellt. Als erster stellte er die Kompositionen seiner damaligen Ehefrau Carla vor. Ende der 60er-Jahre setzte er als Pionier des Synthesizers elektronische Klangerzeuger in seinen Projekten ein. Musikalische Grenzen existierten für diesen Innovator nicht.

Steve Swallow

Bevor er auf Dauer zum E-Bass wechselte, spielte Steve Swallow (geb. 1940) als blutjunger Mann den Kontrabass in dieser Trio-Formation. Er war zuvor mit Paul und Carla Bley nach New York gekommen und wurde schnell einer der gesuchten Bassisten des auf dem Sprung ins Freie befindlichen Jazz. Aufnahmen mit George Russell und vielen anderen Stars zeugen davon. In unserem Kalender treffen wir gleich zweimal auf diesen sympathischen, völlig unprätentiösen Giganten des modernen Jazz.

Anspieltipp:

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