Juni

Codona

„Weltmusik“ mit Codona

Codona könnte fast eine Definition für das sein, was unter der Bezeichnung „Weltmusik“ seit einigen Jahrzehnten die Verbindung von westlichen und nicht-westlichen musikalischen Praktiken meint. Dabei geht es nicht nur um die Melange von europäischer Klassik mit anderen Musikkulturen, sondern auch um die Verschmelzung von Jazz mit musikalischen Elementen aus Südamerika, Afrika, Indien und anderen Regionen. Der deutsche Jazz-Impresario und -Kritiker Joachim-Ernst Berendt war ein Vordenker und Initiator dieser Idee. Schon in den 60ern kombinierte er Jazzmusiker mit zum Beispiel indischen Sitarspielern, indonesischen Künstlern, mit nord-afrikanischen Beduinenmusikern oder Trommlern aus der Schweiz.
Der große John Coltrane ist einer der Väter solcher Verbindungen („Africa Brass“, „Olé“, „India“). Wäre er länger am Leben gewesen, wäre er vermutlich weiter in diese Richtung gegangen.

Don Cherry

Einer seiner Zeitgenossen war der Trompeter Don Cherry (1936-1995), der im Quartett von Ornette Coleman einer der Wegbereiter des Free Jazz wurde und mit Coltrane die Platte „The Avantgarde“ aufnahm. Seine ersten Platten unter eigenem Namen machte er in den 60er Jahren. Zu seiner Taschentrompete nahm er weitere Instrumente wie verschiedene Flöten, das Piano, Perkussionsinstrumente und die eigene Stimme. Zusehens öffnete er sich für die Musiken der Welt. Sein Vorname ist verantwortlich für das „Do“ in Codona, der Gruppe, die er mit Collin Walcott und Naná Vasconcelos bildete.

Collin Walcott

Besonders als Spieler der indischen Sitar trat Collin Walcott (1945-1984) hervor. Der US-Amerikaner war Gründungsmitglied der berühmten Gruppe „Oregon“ und nahm an zahlreichen Projekten teil, die sich der Synthese von Jazz und Weltmusik widmeten. Er starb in Folge eines Verkehrsunfalls in der Nähe von Magdeburg, als er mit Oregon auf Tournee war.

Naná Vasconcelos

Der Brasilianer Juvenal de Holanda „Naná“ Vasconcelos (1944-2016) war ein vielbeschäftiger Meister-Perkussionist, der ein ganzes Arsenal von Schlaginstrumenten mit Geschmack und Intensität in viele musikalische Unternehmungen einbrachte. Natürlich kam er aus der Samba- und Bossa-Nova-Tradition, die die Basis seiner Vielseitigkeit blieb. Er galt als einer der besten Perkussionisten überhaupt und schrieb auch Film- und Ballettmusiken.

Anspieltipp:

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