RIP: Annie Ross

Vor einigen Monaten wurde international noch Geld gesammelt, um die Behandlungskosten der pflegebedürftigen Sängerin Annie Ross aufbringen zu können. Jetzt ist sie kurz vor ihrem 90. Geburtstag in Manhattan gestorben.

Sie war gebürtige Schottin und wechselte immer wieder zwischen dem Vereinigten Königreich und den USA hin und her. Seit etlichen Jahren lebte sie in den USA.

The Hippest

Annie Ross, von Scott Yanow als „one of the hippest female singers of the 50s“ bezeichnet, wurde erst solo, dann als Mitglied des Vokal-Trios „Lambert, Hendricks and Ross“ bekannt. Ihren Durchbruch hatte sie 1952 mit „Twisted“, als sie in bester Vocalese-Technik einen Text zu einer Improvisation des gleichnamigen Stückes von Wardell Gray schrieb und interpretierte. Über ihre gesamte Gesangs-Karriere sang sie diesen Boptitel immer wieder.

Erfolg mit „Lambert, Hendricks and Ross“

Zusammen mit Dave Lambert und Jon Hendricks hatte sie Ende der 50er-/Anfang der 60er-Jahre Riesenerfolge mit Gesangs-Interpretationen von Jazzhits. Der größte war sicher die Platte „Sing A Song Of Basie“, bei der das Trio im Overdub-Verfahren das gesamte Count Basie Orchester vokal nachbildete.

Das Orginal-Cover mit der hippen Annie auf dem Piano.

Annie schied nach einem gesundheitlichen Zusammenbruch aus der Gruppe aus und nahm später ihre Karriere sowohl als Sängerin wie als Schauspielerin wieder auf.

Wie „hip“ Annie Ross war, kann man in diesem Video von 1959 aus der Showreihe „Playboy’s Penthouse“ sehen, in dem sie erst ihr berühmtes „Twisted“ zum besten gibt. Am Piano ist der Count mit seiner Rhythmusgruppe persönlich! Danach kommt das gesamte Trio plus Joe Williams, dem Basie-Sänger.

Scott Yanow: „One of the hippest female Singers of the 50s.“

Und hier ist noch das Original „Twisted“ von Wardell Gray:

Annie Ross hat der Jazzwelt viel gegeben. Sie wird nicht vergessen werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.