Oktober

Hier ist der traumhaft schöne Beitrag von Heinrich Römisch, Elmar Vibrans und Walter Kuhlgatz zum Oktoberblatt von Mare Nostrum:

Mare Nostrum

„Mare Nostrum“ war der Name einer äußerst erfolgreichen CD, die das Trio aus Richard Galliano, Akkordeon, Paolo Freso, Trompete, und Jan Lundgren, Piano, im Jahr 2011 aufnahm. So erfolgreich, dass weitere CDs folgten und die drei unter diesem Namen bei Tourneen und Festivals ein großes Publikum begeistern konnten. „Mare Nostrum“ müssen wir wohl weiter sehen, als es das Römische Imperium tat. Die Meere der drei europäischen Jazzstars aus Frankreich, Italien (Sardinien) und Schweden sind Ost- und Nordsee, Atlantik und Mittelmeer. Aus den kulturellen Einflüssen dieser Regionen – und aus dem internationalem Jazz – entsteht die Europa repräsentierende Musik von „Mare Nostrum“.

Richard Galliano

Richard Galliano (geb. 1950 in Südfrankreich) ist einer der wenigen Akkordeonisten des Jazz. Seine Spannweite reicht vom Tango über die Musette bis zu Jazzstandards und Bach. In seinem Spiel zeigt sich die Lebensfreude aber auch die sehnsuchtsvolle Melancholie der französischen Musikkultur. Der große Astor Piazzolla gab Galliano den Rat, eine aktuelle Ausprägung der Musette, dieser typischen französischen Spielart des Walzers, zu schaffen. Galliano setzte das um und verband Elemente des Jazz mit der Musette zu „New Musette“. Eine wunderbare Idee!

Paolo Fresu

Paolo Fresu (geb. 1961 auf Sardinien) ist einer der wenigen international berühmten Jazzmusiker Italiens. Er ist vom Miles Davis der 50er Jahre beeinflusst. Besonders am Flügelhorn ist er ein beseelter Improvisator, sowohl zu romantischem als auch swingendem Spiel fähig.

Jan Lundgren

Der Pianist Jan Lundgren (geb. 1966 in Schweden) bringt nicht etwa eine unterkühlte skandinavische Haltung bei Mare Nostrum ein. Er ist ein sehr vielseitiger Swinger, der viele Auftritte und Platten mit amerikanischen Stars des Straight-Ahead-Jazz, absolvierte und sich sowohl in Europa als auch in den USA einen großen Namen erworben hat. Er steht in einer Reihe mit den großen schwedischen Pianisten wie Esbjörn Svensson und Bobo Stenson.

Zusammen schaffen die drei eine Musik, die ohne kitschig zu sein, Schönheit ausdrückt. Zuhörerinnen und Zuhörer verlassen ihre Konzerte stark emotional berührt und beglückt.
Das muss man erst mal schaffen.

Anspieltipp:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.