Juli

e.s.t.

Hier ist der Juli-Beitrag von Heinrich Römisch, Bass, Elmar Vibrans , Piano und Arrangement, und Ingemar Oswald, Schlagzeug:

e.s.t: Esbjörn Svensson Trio

e.s.t. ist der Name des Trios, das aus dem Pianisten Esbjörn Svensson (1964-2008), dem Bassisten Dan Berglund (geb. 1963) und dem Schlagzeuger Magnus Öström (geb. 1965) bestand. Die drei Schweden spielten von 1993 bis zum tragischen (Tauch-)Unfalltod von Svensson im Jahr 2008 ständig zusammen.

Aufnahmen bei ACT

Bei der deutschen Plattenfirma ACT brachten sie etliche, sehr erfolgreiche Platten heraus, wobei sie eine über das übliche Jazzpublikum weit hinausgehende Zuhörerschaft fanden. Dabei machten sie keineswegs billige Zugeständnisse; vielmehr boten sie eine Musik, die auf amerikanischem Jazz basierte, aber auch Pop- und Rockelemente enthielt und Anleihen bei „Drum and Bass“ machte. Die Drei banden geschmackvoll elektronische Komponenten ein, weshalb sie bei Live-Konzerten ihren (eigenen) Tontechniker als viertes Bandmitglied vorstellten.

Ein Live-Erlebnis

Überhaupt die Livekonzerte: e.s.t. präsentierte sich wie eine Rockband mit ausgefeiltem Sound-Konzept, Lichttechnik und Dramaturgie. Ihre Musik – bis auf seltene Ausnahmen Eigenkompositionen – entwickelte eine hypnotische Kraft, der sich kaum jemand im Publikum entziehen konnte.

Der skandinavische Jazz erlebt seit einigen Jahren eine ungeheure Blüte. Wahrscheinlich hatte e.s.t daran einen Anteil. Anders aber als bei vielen anderen Bands und Projekten von dort hört man bei e.s.t eindeutig, dass es wirklich um Jazz geht, also zum Beispiel swingende, groovende Elemente die Basis der Musik bilden. e.s.t., das fast immer eigene Kompositionen schuf, nahm eine CD mit dem Titel „Esbjörn Svensson Trio Plays Monk“ auf. Die sperrigen Stücke des Individualisten Thelonious Monk interpretierte das Trio mit treibendem Swing und Humor. Es überrascht nicht, dass sich diese Band mit ihrem ebenfalls individualistischen Konzept diesem Komponisten widmete.

e.s.t zeigte sich als Kollektiv dreier kreativer Künstler, das keinen der ihren besonders herausstellte. Auf ihren CDs unterstrichen sie dies durch die Formulierung „written, performed and produced by e.s.t.“. Der Tod Esbjörn Svenssons beendete das Schaffen der Band. Ohne ihn konnte es nicht sinnvoll weitergehen.

Über Jazz

Magnus Öström und Dan Berglund erinnern seit 2013 mit einem Orchesterprojekt mit dem Titel „e.s.t. symphony“ an die große Zeit des epochalen Trios.

Anspieltipp:

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