Januar

Bill Evans Trio mit Eddie Gomez und Marty Morell

Elmar Vibrans und Heinrich Römisch spielen im Geiste des großen Bill Evans „Emily“

Bill Evans

Bill Evans (1929–1980) erfand das Piano-Trio im Jazz neu. Vor ihm war es eher üblich, dass Bassist und Schlagzeuger treu im Hintergrund das rhythmische Fundament für den Pianisten lieferten. Der überaus sensible, zum Melancholischen neigende Evans emanzipierte sich und seine Partner zu sich wechselseitig inspirierenden, gleichberechtigten Musikern, die ihre Kunst gemeinsam auf eine höhere Ebene transzendierten. Voraussetzung dafür war besondere instrumentale Meisterschaft, ein hohes kreatives Level und starke Empathie der Musiker. Den Maßstab hatte Evans‘ erstes Trio mit Scott LaFaro am Bass und dem Schlagzeuger Paul Motian gesetzt. Nach dem tragischen Unfalltod LaFaros im Jahr 1961 zog sich der schockierte Evans einige Zeit zurück, um dann mit verschiedenen Musikern eine neue Trio-Formation zu suchen.

Eddie Gomez

Mit Eddie Gomez (geb. 1944) fand Evans 1966 „seinen“ Bassisten, der für zehn Jahre sein Partner blieb. Der vielseitige Gomez ist ein virtuoser, unglaublich ideenreicher Musiker, der in idealer Weise auf die Pianistik seines Leaders reagieren und ihn beflügeln konnte. Nach seiner Zeit im Bill-Evans-Trio war Gomez ein gesuchter Bassist, der mit den Besten des Jazz spielte und viele Aufnahmen machte. Auch in der klassischen Musik ist er zu Hause.

Marty Morell

Marty Morell (geb. 1944) war von 1968 bis 1974 Partner von Evans und Gomez. Er ist ein Mann, dessen Spektrum von der kleinen Combo bis zur Bigband reicht. Er gehört zu den Schlagzeugern, die sehr melodisch spielen. Insofern war er ideal für Evans. Morell war in der Lage, die Ideen seiner Partner zart mit den Besen zu kommentieren, um dann mit den Sticks swingend die Band voran zu treiben. Nach seiner Zeit bei Evans arbeitete er als Studiomusiker, in Musical-Orchestern am Broadway und spielte Jazz in Kanada. Außerdem hat er an verschiedenen Universitäten unterrichtet.

Die Lücke, die Morell im Trio hinterlassen hatte, konnte Evans mit Eliot Zigmund adäquat schließen. Der Weggang von Gomez allerdings brachte größere Schwierigkeiten mit sich. Bill Evans konnte ihn erst 1978 zufriedenstellend durch Marc Johnson ersetzen.

Bill Evans, zweifellos einer der bedeutendsten und einflussreichsten Pianisten des modernen Jazz, starb viel zu früh am 15. September 1980 an den Folgen seiner langjährigen Heroinsucht.

Anspieltipp:

2 Antworten auf „Januar“

  1. Danke, sehr schön. Ich habe den Kalender von Heinrich und selbst schon einen Evens-Kennenlern-Monat begonnen. Die Infos hier und Links helfen weiter.

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