April

Oscar Peterson – Joe Pass – Ray Brown

Alle drei abgebildeten Virtuosen gehörten zu den vom Impresario Norman Granz über Jahre betreuten Künstlern. Granz, der ein unerschrockener Kämpfer gegen die Rassentrennung in den USA war, gründete verschiedene Plattenfirmen und ließ keine Gelegenheit aus, seine Künstler in immer neuen Konstellationen aufzunehmen oder in repräsentativen Konzerthäusern zu präsentieren.

Oscar Peterson

Oscar Peterson (1925-2007) gehörte seit Ende der 40er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zum Kreis seiner Musiker. Viele betrachten den aus Kanada stammenden Peterson als den größten aller Jazzpianisten. Er selbst hätte darauf bestanden, dass nicht er, sondern Art Tatum der größte gewesen sei. Tatum war sicher sein Vorbild. Wie jener war Peterson ein überragender Techniker, der in rasenden Tempi beinahe beängstigend zu swingen verstand. Außerdem war ein er ein begnadeter Begleiter. Viele Platten mit Sängerinnen und Sängern oder Instrumentalsolisten beweisen das. Granz brachte auf seinen Labels Clef, Mercury, Verve und Pablo zahlreiche Platten mit dem Oscar Peterson Trio heraus, zu dem in den Anfangsjahren stets Ray Brown gehörte. Wie Nat King Cole pflegte Peterson zuerst auf einen Schlagzeuger zu verzichten und ließ neben sich einen Gitarristen sowie einen Bassisten spielen. Erst ab Mitte der 50er Jahre ersetzte Peterson den Gitarristen in seinem ständigen Trio durch einen Schlagzeuger. Die letzte Band dieses Mainstream-Musikers war ein Quartett mit Gitarre und Schlagzeug.

Ray Brown

Ray Brown (1926-2002) war ein Bebop-Pionier, der in der Lage war, mit den Innovatoren Charlie Parker und Dizzy Gillespie mitzuhalten. Er wurde zu einem der meist aufgenommenen Bassisten des swingenden Jazz. Einige Jahre war er mit Ella Fitzgerald verheiratet, deren musikalischer Leiter er war. Mit Peterson kam er im Verlauf seiner Karriere immer wieder zusammen.

Joe Pass

Die Karriere von Joe Pass (1929-1994) kam erst in den 60er-Jahren richtig in Gang. Vorher hatten ihn Drogenprobleme immer wieder zurückgeworfen. Dabei war sein Können unstrittig. Er hatte bereits mit großen Künstlern wie Coleman Hawkins oder Frank Sinatra gespielt. Norman Granz machte ihn dann zu einem Superstar der Jazzgitarre. Er präsentierte Pass als Solist, der ein Konzertpublikum über Stunden fesseln konnte, als Duo-Partner von Ella Fitzgerald und als hinreißenden Combo-Gitarristen.

1977 erschien eine Platte, die Granz mit den dreien bereits 1974 aufgenommen hatte: „The Giants“. Selten war der Titel einer Platte so zutreffend.

Anspieltipp:

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