Dezember 2022

Oregon

Als der Jazz immer lauter und buchstäblich elektrisch wurde, ging die 1970 gegründete Gruppe Oregon einen entgegen gesetzten Weg. Sie setzte fast vollständig auf akustische Instrumente. Oregon bestand in der ersten, bis 1984 bestehenden, Besetzung aus dem Gitarristen Ralph Towner, Paul McCandless, Holzblasinstrumente, Glen Moore, Bass, und Collin Walcott, Sitar, Tabla und Perkussion. Außerdem setzten die Musiker zahlreiche andere Instrumente wie Piano, Viola, Englischhorn und später auch Synthesizer ein.

Moore und der virtuose Towner sorgten für eine solide Jazzorientierung der Band, die Elemente der neuen und alten Klassik ebenso integrierte wie Einflüsse aus Folk, New Age und Musiken anderer Kulturen. Oregon wurde so etwas wie die Mutter aller nach ihr folgenden Gruppen mit der Ausrichtung zur Weltmusik. Sie nahm zahlreiche erfolgreiche Platten auf, wobei ihr Label sie mit dem Geiger Zbigniew Seifert oder mit Elvin Jones zusammenbrachte. Überraschenderweise klappte die Kombination der Gruppe mit dem Power-Schlagzeuger und führte zu erstaunlichen Ergebnissen mit hoher Integration.

Collin Walcott starb 1984 bei einem Autounfall in der Nähe von Magdeburg. Er hatte für die Verbindung von Jazz mit indischer Musik auch in der Band Codona (porträtiert im Kalender „Triojazz in Tusche“) Außerordentliches geleistet. Er wurde bei Oregon zeitweise durch den Perkussionisten Trilok Gurtu ersetzt.

Oregon blieb stark, die musikalische Dichte jedoch, die die Gruppe in ihren ersten 14 Jahren besaß, fehlte fortan.

Es ist eben doch nicht jeder ersetzbar.

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