Oktober 2026

James Moody

„Moody’s Mood For Love“ ist der Titel, der noch heute mit James Moody verbunden ist. Als junger Bebopper hatte er 1949 die Ballade „I’m In The Mood For Love“ in Schweden eingespielt. Sein Altsaxophon-Solo darüber – ein Musterbeispiel für die Gestaltung einer Jazz-Improvisation – wurde eines der bekanntesten der Jazzgeschichte und ein Jukebox-Hit. (Man kann es sich heute kaum vorstellen: So populär war Jazz einmal.) Eddie Jefferson, ein enger Partner Moodys und der Erfinder des Vocalese, schrieb dazu einen Text, der durch King Pleasure bekannt wurde. Das Stück, dessen Worte Note für Note dem berühmten Solo folgen, wird noch immer von Jazz-Sängerinnen und -Sängern in aller Welt präsentiert. Auch Moody selbst hat es immer wieder gesungen.

1925 geboren, lernte Moody (er bestand als Anrede auf „Moody“, ohne Vornamen) autodidaktisch Alt- und Tenorsaxophon. Später nahm er die Flöte dazu und wurde einer der Stilisten auf diesem Instrument. Doch seine größte Bedeutung erwarb er am Tenor. Neben Dexter Gordon war er einer der ersten Tenoristen des Bebop. Beeinflusst von Lester Young und Charlie Parker wurde er einer der Stars des Bop, der mit vielen der Top-Musiker dieses damals als revolutionär empfundenen Stils auftrat. Von Beginn seiner Karriere an war Moody enger Partner des Trompeters Dizzy Gillespie. Über etliche Jahre spielte er in den Bigbands und Combos dieses Architekten des Bop. Wie Gillespie legte Moody großen Wert auf eine unterhaltsame Bühnenpräsenz; Humor war also ebenso garantiert wie höchste Virtuosität. Ein Beispiel dafür ist ihre 1967 entstandene Liveaufnahme „Swing Low, Sweet Cadillac“, die einen vergnüglichen Club-Auftritt dokumentiert, bei dem man gern dabei gewesen wäre.

Moody hatte stets eigene Bands, in denen auch der genannte Eddie Jefferson sang und als Roadmanager agierte. Einige seiner Songs nahmen sich Moody-Soli zur Grundlage, sie erzählten Geschichten über die Jazzszene und – natürlich – über Moody.

In der Zeit des elektrischen Jazzrock verschwand Moody wie so viele andere Künstler des akustischen Jazz aus dem Blickfeld des breiteren Publikums. In den Neunzigern hatte er im Zuge des Bop-Revivals ein Comeback, das ihm bis ins hohe Alter viele internationale Auftritte und zahlreiche Plattenaufnahmen garantierte. Er starb als hochangesehene Legende des Jazz im Jahr 2010.

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