Mai 2026

Pat Metheny

Ich erinnere mich sehr gut an Pat Methenys erste LP unter eigenem Namen, die 1976 beim deutschen Label ECM erschien: „Bright Size Life“. Der 22-jährige Gitarrist hatte sie mit dem damals noch unbekannten Jaco Pastorius am Bass und dem Schlagzeuger Bob Moses eingespielt. Eine Sensation, die uns junge Jazzhörer, die oft mit Gitarrenrock aufgewachsen waren, umhaute! Ein völlig neuer Gitarrenklang – der zum viel kopierten Markenzeichen wurde -, lyrische Themen, aber auch zupackende Improvisationen über eine Ornette-Coleman-Komposition. Faszinierend! Ein kommender Superstar des Jazz hatte die Bühne betreten.

Mit 19 Lehrer am Berklee College

Metheny hatte erst Trompete gelernt. Als er mit 13 Wes Montgomery hörte, war es um ihn geschehen. Er wechselte zur Gitarre und trat bereits ein Jahr darauf mit erfahrenen Jazzmusiker in Kansas City auf. An der Universität von Miami studierte er und wurde erst dort und anschließend an der renommierten Berklee College of Music bereits mit 19 Jahren Gitarrenlehrer. Der Vibraphonist Gary Burton, der ebenfalls in Berklee lehrte, nahm ihn in seine Band auf, mit der Pat auch seine ersten Plattenaufnahmen machte. Wie Burton hatte Metheny neben dem Jazz auch Wurzeln in der Countrymusik, was sich spürbar in ihrer Stilistik zeigte.

Welterfolg mit der Pat Metheny Group

Mit dem Keyboarder Lyle Mays, dem Bassisten Mark Egan und dem Schlagzeuger Danny Gottlieb gründete er 1977 die Pat Metheny Group, die ähnlich wie Weather Report bei einem Riesen-Publikum populär wurde, ohne sich durch Kommerz anzubiedern. Trotz wechselnder Besetzungen blieben Metheny und Mays 27 Jahre zusammen und bestimmten gemeinsam den eigenen Sound der Band mit ihren Kompositionen und Arrangements. Sie verarbeiteten Einflüsse aus Jazz, Rock, Country und brasilianischer Musik zu einem unverwechselbaren Klangbild.

Breites Spektrum

Neben der Arbeit mit dieser Band fand Metheny viele Gelegenheiten, Aufsehen erregende Aufnahmen mit anderen, auch avantgardistischen, Künstlern zu machen. Ornette Coleman, Dave Holland, Charlie Haden, Roy Haynes, sogar der Anarcho-Gitarrist Derek Bailey waren seine Partner. Eine weitere feste Band bildete er später mit den jüngeren Christian McBride und Antonio Sanchez.

Pat Metheny gehört neben John Scofield und Bill Frisell zu den einflussreichsten Gitarristen des Jazz der vergangenen 50 Jahre. Beim Publikum ist er der bei weitem erfolgreichste.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.